#3 KULTURHAMSTER | Ulrike von Quast

Kultur aus der Quarantäne

Ulrike von Quast | Bildende Künstlerin


Zu meiner Arbeit

In meiner Arbeit lote ich Bedingtheiten des menschlichen Lebens aus – was trägt uns in unserem Menschsein, was trägt unser Dasein und gibt diesem Beständigkeit, wie können wir uns darin verorten und sind doch konfrontiert mit der Eigengesetzlichkeit der uns umgebenden Welt, die wir nicht immer begreifen und auch nicht begreifen müssen.
Die Darstellung der menschliche Figur bewegt sich zwischen figürlicher Darstellung und Abstrahierung. Nicht das Abbild interessiert mich, ebenso nicht Geschlechterrollen, sondern Befindlichkeiten, die Vielschichtigkeit der Schicksale, Geschichten, Erfahrungen, die den Menschen prägen und die sich im Außen manifestieren in Haltung und Bewegung.

Meine bevorzugten plastischen Arbeitsmaterialien sind Ton und Wachs, vereinzelt ergänzt durch Papier, Porzellan u.a. Farblich ist mit Schwarz, Weiß und Wachsbeige die Reduktion vorherrschend, sodass sich diese mit figurativen Formulierungen verbinden.

Die Arbeiten auf Papier sind eigenständig, andererseits sind sie auch dienstleistend und flankieren die plastischen Arbeiten. Sie sind alles in einem – Experiment, Entwurf, Orientierung, Bestätigung, und auch vollkommen eigenbestimmt. In der grafischen Arbeit finde ich die Möglichkeit, der Vielschichtigkeit von äußerlich Sichtbarem und inneren Vorgängen technisch eine zusätzliche Sprache zu geben – Bewegung, Veränderbarkeit, Wandelbarkeit, Doppeldeutigkeit, … in teils gestischer Arbeitsweise oder durch schichtweises Anlegen eines Bildes auszudrücken und trotzdem zu versuchen, dies mit reduzierten Bildzeichen zu erreichen.

Ein weiterer Teil meiner künstlerischen Arbeit sind die Drucktechniken des Tiefdruck und der Lithografie bevorzugt mit ungiftigen Materialien als sog. nontoxicprinting / Intaglotypie und Papier-oder Polyesterplattenlithografie.


aus: Pit Degendorfer, Künstler, Einführungsrede zu “Hüllen”

“Die Kunst von U. v. Q. ist von einer großen Vielfalt geprägt. Die Plastik bildet in ihrer Arbeit sicherlich den Schwerpunkt. Hier gibt es Strenge, Konzentration und Beharrlichkeit. Ziemlich gegensätzlich, wenn auch nicht fremd und unerwartet wirken dagegen die Zeichnungen und Bilder, die ihrerseits für Spontaneität, Bewegung und Erfinderfreude sprechen. Diese Polarität ist bei näherer Betrachtung durchgehend und ich denke auch die Grundlage des künstlerischen Denkens von U.v.Q., dass nämlich Einsichten und Überlegungen zu Fragen der Existenz in der Kunst zu Zeichen oder Bildern werden können.” – “Die Form- und Ideenfindung basiert auf einer ausgesprochen sensibilisierten Wahrnehmung, die Künstlerin nähert sich dem Sichtbaren oder Vorgestelltem empfindsam und entscheidet sich für die passenden bildnerischen Schritte in Technik und Komposition.”

www.ulrike-von-quast.de/


Vita

1954 in München geboren
Lehramtsstudium
Leitung von Lehrerfortbildungen Bereich Graphik / Plastisches Gestalten / Theaterpädagogik
Dozentin in der Ulmer Schule/Plastisches Gestalten
2000 – 2011 Vorsitzende der Künstlergilde Ulm e.V.
seit 2016 Wohnort und Atelier in Rheinland-Pfalz
2009 – 2016 Mitglied im BBK Schwaben-Süd e.V.
2014 – 2016 BBK Ulm
seit 2016 im BBK RLP

Auszeichnung:
2012 Gildepreis, Künstlergilde Ulm

Öffentliche Ankäufe:
Regierungspräsidium Tübingen
Sammlung der Sparkasse Ulm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen


Ausstellungen / Auswahl

2020
„Spring Opening“
Mitgliederausstellung des Kunstverein Mittelrhein (KM 570)

2019
Kunst im Steinbruch, Gerhausen
Neue Mitglieder im KM70, Haus Metternich, Koblenz
16. Sommernachts-Raum, Gillenbeuren
Die Welt, die ich nicht sah, KunstForumEifel, Schleiden Gemünd
DruckFest, Galerie des BBK RLP Mainz
Offene Ateliers RLP

2018
Stadt-Land-Fluss, KM570-Kunstverein Mittelrhein e.V.
EVBK Jahresausstellung, Prüm
EVBK Beaufort (Luxemburg)
EVBK SWR Studio Trier
15. Sommernachts-Raum Gillenbeuren
anders – 70 Jahre BBK RLP-70 Künstler-70 Ateliers (Online-Katalog)
Offene Ateliers RLP